Drive

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Japan 2002. Farbe. 102 Minuten.

Japanisch mit englischen Untertiteln.

Regie und Drehbuch: Sabu.

Kamera: SATO Kazuhito.

Besetzung: TSUTSUMI Shinichi, SHIBASAKI Kou, ANDO Masanobu, KAKaI Toshio, OSUGI Ren, TERAJIMA Susumu.

Produktion: IMJ Entertainment, Twins Japan Production, Drive Film Partners.

Weltvertrieb: Open Sesame.


Sabu, 1964 in Wakayama City als TANAKA Hiroyuki geboren, arbeitete zunächst als Musiker und Schauspieler, u.a. in Sorobanzuku von MORITA Yoshimitsu und World Apartment Horror von OTOMO Katsuhiro. Bereits mit seinem Regiedebut D.A.N.G.A.N. Runner (1996) gewann er internationale Anerkennung und gehört seitdem zu den Festivallieblingen. Weitere Filme: Postman Blues (1997), Unlucky Monkey (1998) (1. Festival des Neuen Japanischen Films 1998), Monday (2000) (3. Festival 2001), Koufuku no Kane / The Blessing Bell (2002).

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Es ist punkt 13 Uhr, ASAKURA sitzt - wie an jedem Tag - mit einem vor Schmerzen hämmernden Kopf in seiner Durchschnittslimousine und wartet darauf, dass die hübsche, leicht tollpatschige Frau auftaucht, die er an jedem Tag zur selben Zeit am selben Ort sieht. Und da ist sie, die Ampel schaltet auf grün, er blickt ihr in die Augen. Er macht sich bereit, das Gaspedal mit dem rechten Fuß anzutippen und davon zu rollen, als die Türen seines Wagens aufgerissen werden und drei mit Skimasken vermummte Männer herein springen, lautstark befehlend, loszufahren und einem anderen Fahrzeug zu folgen. Eine wirklich unangenehme Situation, in der man voller Panik den Kopf verlieren könnte. ASAKURA ist zwar nicht erfreut über die ungebetenen Fahrgäste im Fond und auf dem Beifahrersitz, aber dem Befehl, trotz inzwischen roter Ampel loszurasen, kann und will er nicht Folge leisten: Es wäre gegen die Verkehrsregeln. Daran ändert auch das Gebrüll der vermummten Herren nichts, die zuvor eine Bank überfallen haben und nun gerne ihrem Komplizen und der von ihm abgegriffenen Beute im anderen Auto folgen möchten. Auch die grüne Ampel bringt die Räuber nicht wirklich voran, denn schließlich gilt ein Tempolimit und das wird von ASAKURA nicht überschritten. Im Leben nicht.

So die Ausgangssituation. Wieder einmal beschäftigt sich Sabu mit der Welt des kleinen Mannes, der unverschuldet in scheinbar unlösbare Probleme hineinschlittert. Die Hauptrolle besetzte er - wie in allen seinen vorangegangenen Filmen - mit dem Theatermimen TSUTSUMI Shinichi, der souverän den kopfschmerzen- und prinzipiengeplagten ASAKURA gibt.

Zurück zum Fluchtwagen, der mit 40 km/h durch eine japanische Stadt schleicht: Die Bankräuber und frischgebackenen Entführer sehen ein, dass sie ASAKURA auch mit Waffengewalt nicht zu einer Verfolgung des abtrünnigen Komplizen bewegen können. Hier ist er stur und seines Vaters Sohn, der es seinerzeit vorzog, sich traditionellen Samurai-Prinzipien folgend mit dem Schwert zu entleiben, als mit der Schmach der Arbeitslosigkeit nach Schließung seiner Werft weiter zu leben. Der Mann mit dem Geld ist derweil schon über alle Berge und er könnte seinen Lebensabend sicher glücklich mit einer Traube schöner Frauen in seinem Sportwagen verbringen, wenn ihm beim Wagenwechsel nicht eine kleine, aber folgenreiche Dummheit unterlaufen würde...

Die übrigen drei und ihre Geisel dinieren inzwischen zur Lagebesprechung in einem französischen Restaurant, als ASAKURA in der Folge eines pochenden Migräneanfalls eine Kette aberwitziger Schicksalswendungen anstößt, welche die drei zurückgebliebenen Gangster - moralisch wertvoll - von ihrer kriminellen Karriere Abstand nehmen und den Beutedieb die Bekanntschaft mit einem Geister-Samurai und einer Hundertschaft von Zombie-Soldaten machen lässt.

Sabu erfreut in seiner Verfolgungsjagd im Schneckentempo mit unerwarteten Storywendungen, schrägen Charakterzeichnungen und abstrusen Situationen. Dabei schafft er den Balanceakt zwischen eher ernsten Szenen, in denen die Gründe für ASAKURAS stoische Art angedeutet werden und den humoresken Passagen und lässt den Film niemals in eine sanfte Komödie abgleiten.



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