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VISITOR
Q (Love Cinema Vol. 6) Japan
2000. Regie:
MIIKE Takashi. Buch:
ERA Itaru. Kamera: YAMAMOTO Hideo. Musik:
ENDO Kouji. Besetzung:
ENDO Kenichi, UCHIDA Shungiku, WATANABE Kazushi, NAKAHARA Shoko, Fujiko,
MUTO Jun. Digital
Video. Farbe. 84 Minuten. Japanisch mit deutschen Untertiteln. |
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Eine
Familie liegt in Trümmern: Der Sohn wird in der Schule tyrannisiert,-
zu Hause reagiert er seinen Frust brutal an der drogenabhängigen Mutter
ab. Der Vater, der gerade seinen gutbezahlten TV-Job los wurde, fühlt
sich sexuell zu seiner Tochter hingezogen, die sich zur Aufbesserung
ihres Taschengeldes prostituiert. Für den Wiedereinstieg in die Branche
schreckt der Vater nicht davor zurück, seine eigene, zerfallende Familie
als TV-Doku zu verkaufen... (Verleihinfo) Das
Leben einer inzestuös und in Hassliebe verstrickten japanischen Familie
verändert sich durch einen mysteriösen Fremden, der sich als ungebetener
Gast einquartiert und durch seinen sexuellen Einfluss auf die Mutter
einen Wandel einleitet. Vielschichtige Reflexion über die Gewaltstruktur
des Alltagsdenkens. Bestimmt von drastischen Tabubrüchen, gleitet der
ebenso komplexe wie beunruhigende Film letztlich jedoch nie ins Selbstzweckhafte.
Hoffnung wie Erlösung finden sich am Ende nur in der Abkehr vom Realismus
sowie in der Überhöhung der Genrebilder. (film-dienst
18/01) Die
digitale Horrorutopie Visitor Q zeigt uns die Familie im Endstadium:
Die Mutter fixt, der Vater entdeckt seine nekrophilen Neigungen, der
Sohn schwebt autistisch im sadomasochistischen Nirvana, und die Tochter
schläft mit jedem, der ihr Geld gibt. Eingerahmt in Blut, Muttermilch
und Exkrementen schwelgt Regisseur MIIKE Takashi hemmungslos voyeuristisch
in einer sozialen Apokalypse, die sich bei genauer Betrachtung als Ansammlung
realer Zustände entpuppt. Das
Grauen liegt nicht im Detail, sondern in uns. (Programmheft
Fantasy Filmfest 2001) |