Visitor  Q

VISITOR Q

(Love Cinema Vol. 6)

Japan 2000.

Regie: MIIKE Takashi.

Buch: ERA Itaru.

Kamera: YAMAMOTO Hideo.

Musik: ENDO Kouji.

Besetzung: ENDO Kenichi, UCHIDA Shungiku, WATANABE Kazushi, NAKAHARA Shoko, Fujiko, MUTO Jun.

Digital Video. Farbe. 84 Minuten. Japanisch mit deutschen Untertiteln.

MIIKE Takashi, geboren 1960 in Osaka, drehte seit seinem Debüt Lady Hunter: Koroshi no Prelude (1991) mehr als 30 Filme, acht davon alleine in den letzten zwei Jahren. MIIKES Gesamtwerk umfasst alle erdenklichen Genres und könnte sprunghafter nicht sein, vom Soft-Porno über sozialkritische und -satirische Filme bis zu Horrorthrillern, darunter The Bird People in China (1998), DOA / Dead or Alive (1999), Audition (1999), The City of Lost Souls/Hazard City (2000), The Guys from Paradise (2000), Dead or Alive II (2000), Family (2001), Ichi the Killer (2001), The Quiet Family (2001), Dead or Alive III (2001).

Visitor Q

Eine Familie liegt in Trümmern: Der Sohn wird in der Schule tyrannisiert,- zu Hause reagiert er seinen Frust brutal an der drogenabhängigen Mutter ab. Der Vater, der gerade seinen gutbezahlten TV-Job los wurde, fühlt sich sexuell zu seiner Tochter hingezogen, die sich zur Aufbesserung ihres Taschengeldes prostituiert. Für den Wiedereinstieg in die Branche schreckt der Vater nicht davor zurück, seine eigene, zerfallende Familie als TV-Doku zu verkaufen...

(Verleihinfo)


Das Leben einer inzestuös und in Hassliebe verstrickten japanischen Familie verändert sich durch einen mysteriösen Fremden, der sich als ungebetener Gast einquartiert und durch seinen sexuellen Einfluss auf die Mutter einen Wandel einleitet. Vielschichtige Reflexion über die Gewaltstruktur des Alltagsdenkens. Bestimmt von drastischen Tabubrüchen, gleitet der ebenso komplexe wie beunruhigende Film letztlich jedoch nie ins Selbstzweckhafte. Hoffnung wie Erlösung finden sich am Ende nur in der Abkehr vom Realismus sowie in der Überhöhung der Genrebilder.

(film-dienst 18/01)


Die digitale Horrorutopie Visitor Q zeigt uns die Familie im Endstadium: Die Mutter fixt, der Vater entdeckt seine nekrophilen Neigungen, der Sohn schwebt autistisch im sadomasochistischen Nirvana, und die Tochter schläft mit jedem, der ihr Geld gibt. Eingerahmt in Blut, Muttermilch und Exkrementen schwelgt Regisseur MIIKE Takashi hemmungslos voyeuristisch in einer sozialen Apokalypse, die sich bei genauer Betrachtung als Ansammlung realer Zustände entpuppt.

Das Grauen liegt nicht im Detail, sondern in uns.

(Programmheft Fantasy Filmfest 2001)


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