Monday

MONDAY

Japan 1999.

Regie & Buch: Sabu.

Kamera: SATO Kazuhiko.

Musik: SHIBUYA Keiichiro.

Besetzung: TSUTSUMI Shinichi, MATSUYUKI Yasuko, ANDO Masanobu, NISHIDA Naomi, OSUGI Ren.

35mm. Farbe. 100 Minuten. Japanisch mit deutschen Untertiteln.

 

Sabu, geboren 1964 in Wakayama City als TANAKA Hiroyuki, begann seine Karriere 1986 als Schauspieler in Sorobanzuku von MORITA Yoshimitsu, danach war er Hauptdarsteller in World Apartment Horror von OTOMO Katsuhiro. Filme unter seiner Regie: D.A.N.G.A.N. Runner (1996), ausgezeichnet mit dem ‘Best New Director-Award’ des Yokohama Filmfestivals, Postman Blues (1997), Unlucky Monkey (1998).

Monday

Montagmorgen. Ein Mann in schwarzem Anzug wacht in einem Hotelzimmer auf. Sein Gedächtnis funktioniert nicht, er hat keine Ahnung, was mit ihm geschehen ist, obwohl er ernsthaft versucht, sich zu erinnern. Dann fällt ihm ein Päckchen Salz aus der Tasche, ‘Reinigungssalz’, wie es nach Totenwachen und Beerdigungen verwendet wird, um böse Geister zu bannen. Plötzlich erinnert er sich an einige Fragmente: Begräbnis...Cafe...Bar...Yakuza. Träumt er, oder...?

Sabu: „Seit vier Jahren bin ich Filmregisseur. Ich bin immer noch ein Anfänger. Deshalb kommt es mir selbst merkwürdig vor, wenn ich sage, dass dieser Film sich aus den Erinnerungen an den Anfang meiner Karriere speist. Ich wollte einfach nur machen, was ich auch wirklich und wahrhaftig machen wollte. Und zwar eine Komödie, einen Actionfilm, eine dramatische, traurige, fantastische Geschichte mit Horror-Touch, einen reinen Tanzfilm mit Tanz, Tanz, Tanz. Ich wollte all diese Elemente mit einem zynischen Gelächter erfüllen, und das Ergebnis sollte dann noch unter hundert Minuten bleiben. Ich habe es versucht. Und, yeah, ich habe es geschafft.“

(Katalog des 30. Internationalen Forums des Jungen Films, Berlinale 2000)

 

‘Held’ dieses kleinen Meisterwerks ist der Salaryman Takagi, einer jener schwarzweiß uniformierten Geister, die die japanische Wirtschaft in Gang halten. An einem Montagmorgen erwacht er nicht zum gewohnten Klingeln seines Weckers, sondern in einem fremden Hotelzimmer. Erinnern kann er sich an nichts, erst eine Packung Reinigungssalz, die er in einer seiner Taschen findet, ruft Bilder vom vergangenen Wochenende herauf. Das Salz, das bei Beerdigungen zum Bannen böser Geister verwendet wird, erinnert Takagi an eine Totenwache, die einen unvorhergesehenen Verlauf genommen hat. Nicht nur, dass der Sarg falsch herum stand, obendrein wurde Takagi auch noch von den anderen Trauergästen dazu auserkoren, den noch aktiven Herzschrittmacher der Leiche zu deaktivieren, der sonst bei der Einäscherung explodiert...

Die Idee ist ebenso einfach wie brillant: Man nehme einen Biedermann, ein Hotelzimmer und eine klaffende Erinnerungslücke, und schon hat man den Zuschauer mitten hinein versetzt in einen unwiderstehlichen Eskalations-Sog. Doch das eigentliche Wunder von ‘Monday’ ist die Eleganz, mit der hier immer wieder haarscharf an den Erwartungen des Publikums vorbei inszeniert wird. Hätten andere Regisseure das Slapstick-Potenzial der Eröffnungsszene bis zum Letzten ausgereizt, lässt Sabu sie ebenso abrupt enden wie das Erinnerungsvermögen seines Helden. Die Fundstücke aus Takagis Taschen erzählen eine Geschichte voller Lücken, eine Rückkehr des Verdrängten, der der Zuschauer ebenso hilflos ausgesetzt ist wie Sabus Protagonist.

Selten auch ist es einem Film so gründlich gelungen, eine Balance zwischen verschiedensten Genres zu fienden. Überwiegt am Anfang noch die Komik, driftet Takagis alkoholisierter Abstieg in seine eigenen Abgründe immer mehr in den Bereich des Horrorfilms. Eine eher beiläufig in seinen Besitz gekommene Pumpgun verwand